Know-How
26. February 2017

Die Werbung des Einzelhandels hinkt der Mediennutzung hinterher

Samuel Mäder
Konsumenten verwenden 5% der Zeit, in welcher sie Medien konsumieren, für Printmedien. Einzelhändler investieren jedoch satte 55% der Werbebudgets in Printmedien. Onlinemedien sind für 24% der Mediennutzung verantwortlich, jedoch fliessen nur 12% der Werbebudgets dorthin.

Werbebudgets 55% Print vs. 12% Online
Das EHI Retail Institute kommt bei seiner Untersuchung zum Ergebnis, dass deutsche Einzelhändler 55.5% ihres Werbebudgets für Printmedien ausgeben. Dieser Löwenanteil der Werbeausgaben wird verwendet für 39.6% gedruckte Handelswerbung und Prospekte, 8.7% Handelsmagazine und 7.2% Printanzeigen. Dagegen kommt Onlinewerbung nur gerade auf einen Anteil von 11.6% aller Werbeausgaben. (e-tailment)

Mediennutzung 5% Print vs. 24% Online
Studien der ARD und ZDF kommen zum Ergebnis, dass Konsumenten pro Tag 23 Minuten Zeitung lesen und 6 Minuten Zeitschriften. Stellt man dies in ein Verhältnis zum Konsum von allen Medien, in welchen Werbung geschaltet werden kann (TV 208 Minuten, Radio 173 Minuten und Internet 128 Minuten) so kommen die Printmedien auf einen Anteil von rund 5% der Mediennutzung. Im Vergleich dazu liegt der Anteil des Internets mit 128 Minuten bei 24%. (Wikipedia und Statista)

Printmedien sind stark überbewertet
Es ist erstaunlich, wie viel Geld Marketingverantwortliche in Printmedien stecken, welchen die Konsumenten nur noch wenig Beachtung schenken. Der Anteil der Budgets im Verhältnis zum Anteil der Mediennutzung liegt rund 10 Mal höher. Gerade umgekehrt ist das Verhältnis bei den Onlinemedien, hier müsste rund 2 Mal mehr investiert werden, damit der Budgetanteil dem Nutzungsanteil entsprechen würde.



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